Gestern Abend sind Pedro und ich glücklich aber ein bisschen erschöpft in Wien angekommen. Nach nun 2 gemeinsamen Wochen auf Rädern ist es mir nun möglich den ersten Erfahrungsbericht zu liefern.

Wie geplant haben wir uns am 24. März in Lörrach getroffen und sind dann am nächsten Tag erst einmal Richtung Hotzenwald/Görwihl gefahren (s.h. vorheriger Bericht). Wurden wir hier bei dieser Etappe noch von Schnee und Kälte überrascht, so konnten wir bei der nächsten Etappe (Görwihl-Blumberg) unsere Energiespeicher durch Sonnenenergie zusätzlich auffüllen. Die war auch nötig, da vor allem die Nächte in den ersten Tagen doch noch recht frisch waren. Am folgenden Tag ging es dann weiter Richtung Donaueschingen und von dort aus an der Donau entlang Richtung Wien. So viel zu unserer Route, nun vielleicht ein paar Worte über das „Leben auf Rädern“.

Campingplatz an der Donau

Wie einige von euch wissen, bevorzugen wir es im freien mit Zelt zu übernachten. Es ist nicht immer einfach gewesen einen geeigneten Platz abseits der Zivilisation, doch meist wurde unsere Suche durch schöne Naturlandschaften in ruhiger Lage belohnt. Zu den schönsten landschaftlichen Übernachtungsplätzen gehörte eines im Donautal nahe Beuron. Hier war es auch Zeit das erste Mal eine natürliche Dusche in der Donau zu nehmen. Bei 8 Grad Außentemperatur und wahrscheinlich ähnlicher Wassertemperatur mag dies auf den ersten Blick nicht gerade angenehm erscheinen. Auch wenn es am Anfang etwas Überwindung kostet, ist das Gefühl danach überwältigend. Nach Stunden auf dem Rad und einigen geflossenen Schweißperlen, lässt das kalte Wasser den Körper zu neuem Leben erwecken. Hört sich jetzt etwas naturverbunden an (was es ja auch schließlich ist), aber ich kann es jedem nur einmal empfehlen, auch mal bei kalten Temperaturen sich im See oder Fluss zu erfrischen. Wow, geiles Gefühl danach!!! Wenn wir gerade beim Thema Wasser und Hygiene sind.

Campingsplatz an der Donau 2

Wasser ist natürlich, wie auch für sonstiges Leben, das zentrales Element auf unserer Reise. Wir brauchen es zum Trinken, Waschen und Kochen. Das Problem auf dem Rad ist nur, das jedes zusätzliche Kilo, zusätzliches Gewicht und somit zusätzliche Anstrengung kostet. Wir müssen demnach genau kalkulieren, wieviel Wasser wir benötigen bzw. wann wir wieder auf eine (trinkbare) Wasserqualle stoßen könnten. Des Öfteren (gerade wenn es um das Waschen der Töpfe, Teller, etc. geht), musste auch das nicht immer sauberer Wasser der Donau zum grobspülen herhalten. Darüber hinaus ist der bewusste Umgang mit Wasser sehr dominant in unserem täglichen Radtourleben. So haben wir mittlerweile eine Technik entwickelt, die es uns ermöglicht mit einem halben Liter Wasser den ganzen Körper zu duschen (Haare können leider nicht mitgewaschen werden). Im Alltagsleben redet man sich den bewussten Umgang mit Wasser ständig ein, doch ich glaube, dass man erst bei der tatsächlichen Notwendigkeit auch wirklich bewusst damit umgeht. Man weiß zwar, dass Wasser das zentrale Element in unserem Leben ist, trotzdem lässt man den Wasserhahn beim Zähneputzen, Äpfelwaschen, etc. laufen.  Bei uns kommt es tatsächlich auf jeden Tropfen an. Fürs Zähneputzen sind nicht mehr als 50ml drin. Dadurch, dass wir jetzt fast ständig an der Donau entlang gefahren sind, wurde mir auch bewusst, wie wichtig die Wasserqualität des Flusses ist. Waren Fabriken in der unmittelbaren Umgebung der Donau, war mit dem Wasser nichts anzufangen. Bergflüsse waren dagegen für uns meist Gold wert, da wir hier unsere Wasch-und Trinkspeicher auffüllen konnten. Der Richtigkeit halber muss natürlich auch erwähnt werden, dass meist die Hälfte des Wassers (vor allem in den ersten Tagen) natürlich auch aus dem Supermarkt stammte.

Nach 14 Tagen (12 davon in freier Natur nächtigend) im Sattel, waren wir beide dann aber doch auch mal froh, uns eine „richtige Dusche“ in Wien zu gönnen und unsere Kleider endlich waschen zu können. In den nächsten Tagen, wollen wir uns dann auch erst einmal erholen und dann weiter Richtung Balkan fahren. Wir sind uns unserer genauen Route noch nicht ganz sicher, doch es läuft darauf hinaus, dass wir nun doch der Donau weiter folgen. Dies hat vor allem 2 Gründe. Es erspart uns bergige Landschaften und es bietet die Möglichkeit von Fahrradwegen. Das Fahren entlang von Straßen ist nicht wirklich entschleunigend.

Es gibt bestimmt noch einige Themenbereiche über die ich berichten könnte. Für heute will ich es einmal beim Thema Wasser belassen. Ich hoffe, dass ich euch beim nächsten Bericht mehr über unser tägliches Fahrrad-tagesablauf berichten kann.

Noch kurz ein paar Sätze zum tall-bike: es klappt bisher super!!!! Es ist sehr schön zu sehen, dass alleine der Anblick des tall-bikes, bei vielen Menschen ein Lächeln hervorruft. Würde man ein Zähler an das Fahrrad anbringen, das für jedes Lächeln beim Anblick des Fahrrads zählen würde, wäre man bestimmt bei über 1000. Gerade in den Städten ist das Fahrrad eine wirkliche Attraktion, dass ganze Fußgängerbereiche zum kurzen Stillstand und Erstaunen bringt.

Pedros Tallbike

Kurz zu dem bayrischen und österreichischem Volk: sehr zurückhaltend, nicht unfreundlich, aber oft auch nicht gerade einladend

Es grüast eu der Freddy aus Wien!

 

 


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