John Robertson (Foto: Jonathan B. Roy)

John Robertson John Robertson ist auf der Estancia (Farm) „Tres Hermanos“ (Drei Brüder) aufgewachsen. „Ich liebe das Leben auf der Estancia. Dafür muss man aber ein bisschen masochistisch veranlagt sein“, antwortet er mir auf die Frage, ob ihm das Leben auf der Estancia gefällt. Gerne möchte John in der Zukunft mit Touristen auf seiner Farm arbeiten. Er weiß nur noch nicht so genau, was er diesen anbieten soll.


John ist Einzelkind, sein Vater starb überraschend vor wenigen Monaten. Als Alleinerbe hat er die große Verantwortung für der Estancia übernommen (4. Generation), was ihm noch schwerfällt. Dabei stellt John eine Ausnahme dar, denn die meisten jungen Menschen zieht es auch hier in Chile weg von der harten Arbeit auf dem Land. “ Die Estancia hat zwischen 14.000 und 15.000 Hektar. So genau weiß ich es gar nicht“, teilt er Jo in einem längeren Gespräch mit. Aufgrund der Tatsache, dass Schafe weniger Gras zum Essen benötigen als Kühe, hat er (der Vater) sich für die Zucht von Schafen entschieden. 1 Schaf bedarf die Fläche eines Hektars Weideland hier im steppenartigen Teil von Patagonien. Der Großteil des Fleisches wird nach Asien exportiert. Ganz besonders stolz ist er auf eine Errungenschaft seines Vaters: Er ist der Erfinder der „Patagonischen Robertson Wolle“, welche kurz nach dem Tod seines Vaters das Patent erhielt. Sein Wunsch ist es, dass diese Wolle einmal eine ähnliche Reputation bekommt wie die berühmte Alpaka-Wolle aus Peru.


Es ist kalt und stürmisch als Jo und ich an einer Straßenkreuzung mitten in der Pampa auf Tierra der Fuego den Daumen für eine Mitfahrgelegenheit heraushalten. Die Chance stehen schlecht. Es ist der 23. Dezember, es sind kaum Autos unterwegs und um 2 Personen inklusive 2 Fahrräder mitnehmen zu können bedarf es eines Pick-ups oder eines großen Autos. Schon am Tag zuvor haben wir es versucht – vergeblich (Weihnachten). Es sind noch 80 km bis zum nächsten Dorf. Weder haben wir noch besonders viel Motivation noch Kraft. Wir haben die Hoffnung schon fast aufgegeben als auf einmal ein Pick-up wie aus dem Nichts an der Kreuzung auftaucht. Während ich den Daumen heraushalte, winkt Jo dem Pick-up freundlich entgegen. Und tatsächlich: Der Pick-up hält an : “ Ihr könnt die Fahrräder hinten aufladen. Müsst euch den Platz halt mit dem Hund auf der Ladfläche des Pick-ups teilen“ ruft uns der Mann am Steuer des Pick-ups zu. Danke John! Du bist unser Engel an Weihnachten 2018!

Ein bisschen ungemütlich und kalt, aber ich habe es genossen 🙂
Kategorien: Menschen

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.