Zurück

Windige Böen saußen uns um die Ohren. Eine drückende Hitze herrscht auf der Straße, die von Bergen rechts und links umgeben ist. Kaum ein Baum schafft es in der trockenden Gegend zu überleben.

Tschüss Chile!
Hola Argentina!

Wir sind wieder in Argentinien und fahren eine 40 km lange Abfahrt herab bis zum Zoll. Immer wieder erfassen uns windige Böen. Am Zoll angekommen sind die Zollangelegenheiten dann schnell erledigt – Reiseradler können das Zollprozedere oft schneller erledigen. Meist ohne Gepäckkontrollen. Gleich neben der Zollstation ist ein kostenloser Campingplatz – auch das ist Argentinien! Ich versuche mein Zelt aufzuschlagen, doch der Wind erschwert mir dieses. Einmal bin ich unaufmerksam und schon ist das Zelt 5 Meter neben dem ursprünglichen Ort. “ Ich vermisse Chile“, ruft mir Jo entgegen als er eine Stunde später am Campingplatz ankommt ( er hatte sich mehr Zeit genommen). Die karge Landschaft, die Hitze und der Wind zerren schon früh an den Nerven. Hinzu kommt, dass die dünne Besiedlung den Konsum frischer und regelmäßiger Nahrung und Getränke erschwert.

„Jop, hier geht’s lang Jo: Immer rein in die Hitze und den Wind“

Als wir am nächsten Nachmittag im kleinen Dorf Barda Blancas ankommen sind fast alle „Läden“ geschlossen – Siesta. Mit Glück finden wir ein kleines Restaurant zur Nahrungsaufnahme. Glück haben wir auch, als wir sehen,dass der „große Fluss“ (Rio Grande) Wasser hat. Viele Flüsse sind um dies Jahreszeit in den Weiten der Pampa ausgetrocknet. Eine Abkühlung tut immer gut.

Kein Benzin an der „Tankstelle“ – Nur der Wind ist unser ständiger Begleiter


Am nächsten Tag beginnt jedoch eine Pechsträhne, die Jo an den Rand der Verzweiflung bringen wird. Eigentlich fängt diese schon am Abend zuvor an. Von Weitem sieht er gut aus, als wir jedoch über den Zaun unsere Fahrräder haben und durch die mit Dornen bespickte Landschaft schieben, finden wir ein Campingort vor, der voll mit Scherben ist. Doch nach dem Aufwand gibt es kein zurück mehr und so campen wir an einem Platz ohne Wasser, mit viel Scherben und Dornen und ohne Sonnenschutz.

Immerhin eine schöne nächtliche Stimmung

Als am Tag darauf auch noch Jo´s Flip Flops kaputt gehen ist die Stimmung nicht die Beste. Mit starkem Wind und heißer Luft erreichen wir schon am Nachmittag die Kleinstadt Malargue – vor fast 5 Monaten Ausgangspunkt meiner „ruta 40“-Fahrt in den Süden. Jedoch haben wir mal wieder Pech mit der Zeit. Es ist Samstag 13 Uhr. Bis 17.00 Uhr haben alle Geschäfte geschlossen. Und selbst nach dem Öffnen einiger Geschäfte können wir nur ein Bruchteil unserer notwendigen Erledigungen machen. Und morgen ist Sonntag. Jo kann sein Geld nicht wechseln ( wir haben keinen Pesos übrig), ich mein Fahrrad nicht reparieren, wir können keine neue Sim-Karte kaufen und haben kein Internet. Als es am Campingplatz dann auch noch laut, in der Nacht die Musik aufgedreht wird und einer nachts neben uns laut Fußball hört, vergeht jegliches an diesem Tag nicht vorhandene Lächeln bei Jo. Ich merke, dass er an diesem Tag innerlich kochte. Nach der sehr unruhigen Nacht jedoch kocht es bei Jo am nächsten Tag über. Nachdem ich von der mit Internet ausgestatteten Tankstelle zurückkomme, ist Jo´s Zelt nicht mehr zu sehen. Als ich mein Zelt öffne, liegt ein Zettel darin: „Ich bin im Hostel Kathmandu“. Er braucht ein Ort der Ruhe, ein Bett und Internet.

Jo ist mit den Nerven am Ende-irgendwann liegt er so im Park


3 Tage verbringen wir in der ruhigen Stadt Malargüe. Ich mache neue Bekanntschaften und treffe alte, wie Eva, die mir nach meiner Odyssee durch die sandige Gegend um das Dorf „Agua Escondida“ geholfen hatte. Ich liebe diesen verschlafenen Ort. Ein Ort zum Abschalten! Wenn man nicht gerade Samstag Nachmittag ankommt und am Abend diesen Tages auf dem Campingplatz verweilt. Als wir diese Stadt verlassen hat auch Jo seinen Frieden mit ihr geschlossen.

Wiedertreffen mit Eva


Doch jetzt geht es wieder in die Pampa! Und ich habe noch 2000 km bis an die Grenze zu Bolivien. Es wird heiß werden!

Es heißt wieder: „Endlose Weiten!“

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.